
Die Motoren & Getriebe
250ccm / 13,6 PS - 300ccm / 15 PS - 400ccm / 20 PS
Die Zweitakt-Zweizylindermotoren der Hans Glas GmbH genießen in Bezug auf Temperament, Bergfreudigkeit und Dauerleistung seit jeher einen hervorragende Ruf.
Ihre hohe Leistung und ihr überdurchschnittliches Beschleunigungsvermögen schufen einst den Leistungsmaßstab für die Kleinwagen ihrer Klasse.
Drei Motoren stehen Wahl:
Der sparsame 250er mit 13,6 PS und dem geringen Normverbrauch von nur 4,4 Liter pro 100km erfreut sich bei den besitzern des alten Führerscheines IV besonderer Beliebtheit.
Erlaubt er ihnen doch, ohne eine neuerliche Fahrprüfung ablegen zu müssen, die Benutzung eines echten kleinen Automobils mit allen Annehmlichkeiten der Sicherheit und des geborgenen Fahrkomforts.
Seine Weiterentwicklung, der 300ccm-Motor mit 15 PS, ermöglicht bereits wesentlich höhere Fahrleistungen bei außerordentlich wirtschaftlichem Betrieb. Um aber
angesichts der ständig zunehmenden Fahrzeugdichte auf den europäischen Straßen und Autobahnen einen wirksamen Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leifern,
schuf Goggomobil den 400ccm-Motor mit 20PS Dauerleistung. Bei einem Gewicht der Limousine von 415Kg wurde mit knapp 20,8Kg/PS das Leistungsgewicht manches
temperamentvollen Mittelklassewagen unterboten. Dementsprechend beschleunigt das 400er Goggomobil in nur 10 Sekunden von 0 auf 60 km/st und in 18 Sekunden
von 0 auf 80km/st. Mit diesem Temperament übertrifft es den Anzug mancher weit größerer Wagen, ohne auch nur annähernd deren Platz, sowohl im fließenden, als auch
im ruhenden Verkehr zu beanspruchen. Berücksichtigt man noch die Wendigkeit des flinken Fahrzeugs das mit einem Wendekreis von nur 8,5m, einer Länge von 3,04
und einer Breite von 1,37 m auch in die engste Parklücke schlüpfen kann, so bescheinigt man den Dingolfingern gern, daß sie ihr Goggomobil zu einem äußerst verkehrstüchtigen Fahrzeug entwickelt haben.
Es entspricht weitgehend auch dem immer häufiger auftretenden Bedürfnis nach einem flinken und - im Vergleich zum größerem Representationswagen - zeit- und kraftsparenden
Zweitaktwagen für den Großstadtverkehr.
Alle Goggomobil-Zweitakt-Motoren der Hand Glas GmbH sind Paallel-Zweizylinder, die an drei Punkten in Gummi gelagert, quer im Heck des Fahrzeuges stehen.
Gemeinsam ist ihnen die Frischöl-Gemisch-Schmierung (1:25), das an der Kurbelwelle sitzenden Kühlluft-Gebläse, sowie die im Ölbad laufende Zweischeiben-Kupplung
und die Block-Konstruktion von Motor, Getriebe und Ausgleichgetriebe. Die drei Typen von 13,6 - 15 und 20PS unterscheiden sich, neben einer Reihe konstruktiver Details
, durch verschiedene Bohrungen (53, 58 und 67mm), verschiedenen Vergaser (Schrägdüsen-Startvergaser für 250 und 300 ccm und Drehschieber-Vergaser für 400ccm),
sowie durch unterschiedliche Zylinderköpfe für den 400er.
Die Kraftübertragung erfolgt über die Zweischeibenkupplung auf das Viergang-Getriebe mit Rückwärtsgang. Wahlweise kann es als Klauengtriebe mit Handschaltung
oder als Ziehkeil-Getriebe mit elektrischer Vorwählung geliefert werden. Der Antrieb der Hinterräder erfolgt über Kreuzgelenke und pendelnde Halbachsen.
Die temperamentvollen Goggomobil-Zweitakter der Hans Glas GmbH zeichnen sich sämtlich durch hohe Leistung und gescmeidigen Lauf aus. Dabei sind sie stets
startfreudig unempfindliche gegen Überlastung, sparsam im Verbrauch und mehr als hundertfünfzigtausendfach bewährt.



Das elektromagnetische Vorwählgetriebe
Das für die Limousine, Coupè und Transporter wahlweise verwendete elektromagnetische Vorwählgetriebe arbeitet nach dem bekannten Prizip des Ziehkeilgetriebes.,
bei dem innerhalb der holen Schaltwellen achsial verschiebbare Ziehkeile der gewünschten Übersetzung entsprechende Zahnradpaare zur Wirkung bringen Da diese
Zahnräder im ständigen Eingriff sind und lediglich beim Schaltenvorgang durch verschiebbare Kugeln auf einer der Schaltwellen arretiert werden, sind kratzende Schaltgeräusche
oder Schaltschwierigkeiten ausgeschlossen.
Beim elekromagnetischen Vorwählgetriebe werden die Ziehkeile statt von Hand von kräftigen Elektromagnetenbewegt, von denen insgesamt drei sämtliche gewünschten
Schaltungen blitzschnell durchführen. Dabei betätigt je ein Magnet den Ziehkeil einer Schaltwelle, von denen es zwei für den 1. bis 4. Gang gibt, und noch eine kleine Nebenwelle
für den Rückwärtsgang. Die zei Magnete für den 1. bis 4. Gang werdenvon einem einfachen Wählschalter, der dritte Magnet für den Rückwärtsgang durch einendarunterliegenden Druckknopf in einfachster Weise gewählt.
"Gewählt", abernoch nicht geschaltet, denn während der elektrische Schalter in die Stellung des gewünschten Ganges gelegt wird, ist der gesamte Getriebe Stromkreis noch ohne Strom.
Dieser wird erst geschaltet wenn das Kupplungspedal niedergetreten wird und damit der Hauptschalter betätigt wird. Nun fliest der Strom in die vorgewählten Magneten
und im Bruchteil einer Sekunde ist der gewünschte Gang geschaltet.
In der Praxis wird wie folgt verfahren:
Zum Anfahren kuppelt man wie gewöhnlich aus, drückt den Vorwählhebel auf den 1. Gang und lässt unter gleichzeitigem Gasgeben die Kupplung langsam kommen.
Im gleichen Augenblick, da man voll eingekuppelt hat, wählt man bereits den 2. Gang vor. Sobald der Motor wieder auf der richtigen Drehzahl ist, tritt man die Kupplung durch.
Der zweite Gang ist geschaltet und man bereits den 3. Gang vorwählen. Und so weter. Ist man im 4. Gang angelangt, so wählt man in der Praxis schon wieder den 3. Gang vor um ihn
im geeigneten Augenblick, auf einer Steigung oder einem Gefälle oder beim Überholen, durch kurzes Durchtreten der Kuppung bereits eingeschaltet zu haben.
Die Schaltvorgänge vollziehen sich durch die elektromegnetisches Ziehkeile im Getriebe so blitzschnell, daß es gar nicht erforderlich ist dabei Gas wegzunehmen. Man
kann von einer Vorwählstellung auch in die Andere wechseln, ohne das dies dem Getriebe das mindeste ausmacht. Wenn man beispielsweise, im vierten Gang fahrend,
den dritten Gang vorgewählt hat und dann soweit abbremsen muß, das man im zweiten Gang wieder anfahren möchte, so genügt es den Vorwählhebel in die gewünschte
Stellung zu bringen und beim durchtreten der Kupplung überspringt das getriebe den dritten Gang und greift in der gewünschten Stellung ein, da die Zahnradpaare ja stets
im Eingriff laufen. Felschaltungen, auch bei plötzlichem Herunterschalten, sind beim elektromagnetischen Getriebe des Goggomobils ausgeschlossen.


